RAF Camora

Roboter und Raben, Bomben und Balladen, Palmen aus Plastik

Raphael Ragucci ist angekommen, am Ende eines Weges und an einem neuen Startpunkt. Es ist das Ende der selbstauferlegten Trennung, die ihn über die letzten Jahre gleichermaßen begleitet hat. Mit »Ghost« hat er RAF Camora und RAF 3.0 zu seiner Essenz verschmolzen. Nur wenige Monate später erschien »Palmen aus Plastik« – ein Dancehall-Album mit 187er Bonez MC –, das mit Afro-Trap-Elementen den Zeitgeist traf und RAF zum Gold-Künstler machte. Das Album erreichte zwei mal Platz 1 der Charts und befindet sich drei Monate später noch immer in den Top 50. Während die Youtube-Klicks weiterhin in die Höhe schießen (insgesamt über 70 (!) Millionen) und sich der Titeltrack über 200.000 mal verkaufte, werden die Zusatztermine der Frühjahrs-Tour von RAF und Bonez bereits hochverlegt. Die Jahre harter Arbeit haben sich endlich ausgezahlt.

Wer fühlt, schreibt und spricht gerade? Passt das Fremdbild zum Selbstbild? Es war oft nicht einfach, die Trennschärfe zu finden und das eigene Schaffen RAFs beiden Alter Egos zuzuordnen. Diese Selbstkontrolle brachte aber auch ein Neues, ganz wörtlich zu verstehendes Selbstbewusstsein mit sich. So lernte RAF, sich immer besser zuzuhören, zu reflektieren und auch Kontraste zuzulassen, denn der Kern ist: Camora und 3.0 waren nie ein Widerspruch, sondern Teile voneinander. Mit »Ghost« war es an der Zeit, Frieden zu schließen.